Affolter Konzept / St. Galler Modell

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Das St. Galler Modell ist eine auf Hand- und Körperführung ausgerichtete Therapiemethode, mit dem Fernziel, durch gezielte Spürinformationen in problemlösenden Alltagsgeschehnissen zu einer verbesserten Handlungsfähigkeit und Sprachfähigkeit zu gelangen.

Durch gezielte Körperführung in eindeutigen, spürbaren Positionen mit Einbezug einer stabilen Umwelt, soll das Kind in alltagsorientierten, problemlösenden Geschehnissen, die eine starke Widerstandsveränderung ermöglichen, geführt werden.

Alle Spürinformationen, die in einer Handlung enthalten sind, werden spürbar erfahrbar gemacht.

Der gespürte Weg ist das Ziel, nicht das Endergebnis.

Zum Führen sind bestimmte Prinzipien von Bedeutung: (u.a.)

  • Einbezug einer stabilen, festen Umwelt
  • Position des Führenden und Zuführenden
  • Finger-Hand-Deckung
  • Keine unnötige Sprache in der Führungssituation einsetzen
  • Hypothesenbildung ermöglichen
  • Veränderung topologischer Beziehungen
  • Wechsel zwischen den Aktionshänden, jedoch keine gleichzeitigen Bewegungen, zwischendurch Innehalten

Bedacht ausgewählte Sequenzen einer selbstausgeführten Handlung können „Versprachlicht“ werden. Dies erfolgt je nach Verständnisebene des Patienten über Symbol, Schrift oder Sprache. Hierbei sollen die in einer sinnvollen gespürten Handlung vollzogenen Schritte wiedererkannt, verinnerlicht und mit Sprache verknüpft werden (ggf. Benennung der Teilschritte) und so eine Erweiterung der Sprachkompetenzen ermöglicht werden. Das gemeinsame „Versprachlichen“ stellt eine sinnvolle Interaktion zwischen dem Kind und der Umwelt dar.

Meine Ausbildung zur Affolter-Therapeutin wurde durch das Zentrum für Wahrnehmungsstörungen aus St. Gallen organisiert und durch Herrn Adrian Hofer (Leiter des Zentrum für Wahrnehmungsstörungen) und Frau Brigitte Pastewka (Sonderpädagogin) fachlich geleitet. Die Ausbildung habe ich im Juni 2005 abgeschlossen.

 

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